
Im Vorfeld der Veranstaltung in der Dietmannsrieder Festhalle informierten sich die Gäste bei zahlreichen Ausstellern, sie ließen sich massieren oder führten Gesundheitstests durch.
Dr. Gerd Müller, MdB, kam direkt aus Berlin von einer Sondersitzung des Bundestages. Das zukünftige Mitwirkungsrecht von Bundestag und Bundesrat in Europa wurde verabschiedet. "Die aktuelle Lage in Afghanistan führte zu einer mehrstündigen Diskussion" so entschuldigte Müller den Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU Kauder, der direkt zum nächsten Termin eilte.
Thomas Kreuzer, MdL, moderierte die angeregte Diskussion rund um Gesundheit, Rente und Pflege. Dr. Schwarz verdeutlichte, dass aufgrund des veränderten Altersaufbaus der demographische Generationenvertrag nicht mehr möglich sei. Ein Umdenken müsse stattfinden. Dr. Amman, Vorsitzender Senioren Union Lindau, fügte hinzu: "Wenn die Rente bezahlbar bleiben soll, müssten wir bis 85 arbeiten". Das 3 Säulenmodell, das Senioren- und Junge Union gemeinsam entwickelt haben, stütze sich auf drei Säulen, der Pflichtversicherung, einer Zusatzversicherung um den Lebensstandart zu sichern und einer freiwilligen Versicherung für persönliche Wünsche. "Erziehungszeiten sind eine Leistung für die Gesellschaft und müssen aus Steuereinnahmen fianziert werden!" kritisiert Ammann. Auch fordert er einen Anteil aus der Mehrwertsteuer um Bürger, die nicht ins Rentensystem einzahlen, in die Mitverantwortung zu nehmen. Aus dem Publikum kam der Vorschlag den Solidaritäts Zuschlag zu verwenden. Ammann sieht die Lösung hingegen in Bildung, Mehrarbeit und höherer Produktivität. "Auch müssen wir Menschen mit geringer Ausbildung in Arbeit bekommen und nicht über das Sozialsystem versorgen!"
Dass innerärztliche Streitereien auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden, kritisierte Hieble, Senioren Union Kempten: "Die KV und Ärzte sollen das Problem untereinander klären!" Dr. Christian Alex stimmt dem zu. Er sieht den Patienten im Mittelpunkt und fordert eine entsprechende Anerkennung der Gesundheitsberufe. Er unterstütze nicht die Einführung einer Einheitskasse. Eine Vielfalt fördere den Wettbewerb und ermögliche das Eingehen auf unterschiedliche Leistungsbedürfnisse. In den 20er Jahren seien die Bürger noch bei über 20 000 Krankenkassen versichert gewesen.
Bürgermeister Klotz sieht eine wertvolle Aufgabe darin, alle Punkte zusammenzutragen, um Bürokratisierung in der Pflege abzuschaffen. Dr. Prestel erwartet dabei mindestens ein zweibändiges Werk. Er bestätigt die Kritik von Frau Breining. Wenn Scheren und Rasierapparate von PflegerInnen eingesetzt werden, seien sie als medizinische Geräte eingestuft und müssen jährlich überprüft werden. Prestel hält entgegen, dass demgegenüber bei ambulant betreuten Wohngemeinschaften fast nichts gelte. Amman sieht dies als Ergebnis klagender Zeitgenossen. Jeder Prozess löse eine neue Vorschrift aus. Kreuzer spricht aus Erfahrung: "Wenn man eine Vorschrift abschaffen möchte, hat man sofort Verbände gegen sich.".
Müller fordert die Einbindung der aktiven Senioren im Ruhestand. Er weist auf die neue Kultur des Alterns hin, die berücksichtigt werden müsse. Wichtig sei ihm gesunde Ernährung und Bewegung. "Das ist die beste Prävention und erspart viele Kosten im Gesundheitssystem" so Müller. "Gesundheit ist das wichtigste Lebensziel!"


